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AWO-Kinderhort Phantasia erfolgreich auf dem Weg zur Inklusion

(v.l) Sabine Zilske, Leiterin des AWO-Kinderhort Phantasia, freut sich über die Urkunde zusammen mit Wolfgang Mathis, Vorsitzender des Hohenbrunner Behindertenbeirats (v.), Dr. Alexander Steinmann, Vater des Inklusionskinds Georg, und Gudrun Tomlinson vom Behindertenbeirat.

Der Hort erhält Auszeichnung des deutschen Down-Syndrom Infocenters für die vorbildhafte Förderung und Begleitung von Kindern mit Down Syndrom.

Die Inklusion behinderter Kinder in der Kinderbetreuung und in der Schule, also die Teilhabe in den Einrichtungen am Wohnort, sollte eigentlich Normalität sein. Die UN-Behindertenrechtskonvention, die diese Ziele enthält, ist seit 2009 in Deutschland in Kraft. Doch nach wie vor ist es abhängig vom Engagement der Menschen und Institutionen, ob vor Ort erfolgreiche Inklusion gelingt. Der AWO Kinderhort Phantasia in den Räumen der Grundschule Hohenbrunn ist nicht nur gut auf dem Weg zur Inklusion gestartet, sondern wurde dafür vom Down Syndrom-Infocenter auch ausgezeichnet.

 Jedes Jahr erinnert am 21. März der Welt Down Syndrom Tag, an Menschen mit Trisomie 21, dem sogenannten Down Syndrom (DS), und deren Belange. Anlässlich des Welt Down Syndrom Tags 2017 hat das deutsche Down-Syndrom Infocenter eine Auszeichnung für Kindergärten und Schulen geschaffen, die sich anstrengen, Kinder und Jugendliche mit Down Syndrom vorbildhaft zu fördern und zu begleiten. Die Auszeichnung hat jetzt der AWO-Kinderhort Phantasia erhalten, der dies exemplarisch umsetzt.

Der Kinderhort verfolgt seit Anbeginn ein engagiertes, pädagogisches Programm, das alle Kinder mitnimmt. Immer wieder werden nach Kräften auch Kinder mit besonderem Bedarf gefördert, sei es aufgrund ihres Migrationshintergrunds oder anderer Faktoren. Eine Weiterentwicklung gab es zum Schuljahr 2016/17, als erstmals ein Kind mit Trisomie 21 in den Hort aufgenommen wurde. Bereits im Vorfeld mussten AWO und Eltern einen „bürokratischen Mittelstreckenlauf“ absolvieren, damit zu Schuljahresbeginn alle Genehmigungen und Bewilligungen des Bezirks Oberbayern vorlagen. „Von einem „Marathon“ zu sprechen wäre etwas übertrieben angesichts des guten Willens der Beteiligten“, sagt Dr. Alexander Steinmann, der Vater des Inklusionskinds Georg. Aber mehr als ein „Sprint“ über die bürokratischen Hürden, der neben dem normalen Alltagsgeschäft habe noch bewältigt werden müssen, sei es schon gewesen.

Der Vater von Georg war es auch, der die Auszeichnung angeregt hat. Alexander Steinmann: „Inklusion geht uns alle an, aber es ist leider nicht selbstverständlich sondern sehr anerkennenswert, dass jemand dafür zusätzliche Mühen auf sich nimmt. Auch losgelöst von abstrakten Inklusionszielen ist es für uns Eltern schön, dass Georg nun im Hort bestens integriert ist. Der ehemalige Bundespräsident von Weizsäcker sagte einmal „Es ist normal, verschieden zu sein“. Dieses Motto wird im Kinderhort Phantasia täglich praktisch erlebbar. Für dieses wichtige Stück „Normalität“ mein herzlicher Dank und meine Anerkennung an das Team, aber auch an alle Kinder und Eltern.“

Auch Wolfgang Mathis, Vorsitzender des Hohenbrunner Behindertenbeirats, freut sich über die positive Entwicklung: „Es ist ermutigend und erfreulich, dass der AWO-Kinderhort Phantasia die Anerkennung als Integrationshort gefunden hat. Ich gratuliere zur Auszeichnung. Ich hoffe, dass dies Ansporn für alle Einrichtungen in Hohenbrunn ist, den Weg der Inklusion engagiert weiter voranzuschreiten.“

Gudrun Tomlinson, Mitglied im Behindertenbeirat, erinnert sich: „Als meine Tochter Carola mit Trisomie 21 vor über zehn Jahren in den Hohenbrunner Kindergarten und dann auch in die Grundschule aufgenommen wurde, war diese Einzelintegration noch ein Novum. Aber schon damals waren aufgeschlossene Persönlichkeiten in Hohenbrunn aktiv. Im Kindergarten der Kinderwelt ist seitdem eine Integrationsgruppe dauerhaft eingerichtet. Im Schulbereich dagegen sind es immer noch „Einzelfälle“, auch wenn immer wieder Kinder mit besonderem Förderbedarf in Hohenbrunns Grundschule ihren Weg machen. Es gilt hier, nicht bei dem bisher Erreichten stehen zu bleiben.“

Sabine Zilske, Leiterin des AWO-Kinderhort Phantasia, freut sich über die Auszeichnung: „Für mich und das ganze Team ist die Auszeichnung einerseits eine Ehre, aber andererseits ist Inklusion für uns eine Selbstverständlichkeit. Wir bemühen uns seit jeher, auf die besonderen Bedürfnisse aller Kinder einzugehen. Klar ist dabei auch, jeder hat die gleichen Rechte und Pflichten. Fördern und fordern ist gleichermaßen wichtig, ebenso wie die Offenheit für alle Kinder. Kinder sind Individuen, also immer „verschieden“. Auf dieser Grundlage sind wir gut unterwegs und wollen alle Kinder, ob mit oder ohne Beeinträchtigung, individuell anzusprechen. Mit der nötigen Perspektive an Personal und Räumen könnten wir uns in Hohenbrunn in Hinblick auf Inklusion weiterentwickeln. Die Erfahrungen im laufenden Jahr sind dabei ein guter Schritt nach vorne.“

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