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Aktuelles aus dem Kreisverband

Ein Schulterschuss in Sachen Inklusion

Sie versteht sich als „Dolmetscherin“ für „ihr“ Kind, sitzt in der Schule neben ihm, folgt aufmerksam dem Unterricht und achtet darauf, dass ihr Schützling mitarbeitet und alles versteht. Hanne Falk-Kustosch ist als Schulbegleiterin für die AWO im Landkreis München im Einsatz und damit eine von insgesamt 45 ganz besonderen „Klassenkameraden“, die dafür sorgen, dass Kinder mit Behinderung eine Regelschule besuchen können.

Einen rechtlichen Anspruch darauf haben sie seit März 2009 mit dem Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland. Sie soll Menschen mit Behinderung eine uneingeschränkte Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen. Für die Umsetzung der Konvention im schulischen Bereich ist im Landkreis München in erster Linie die AWO mit ihren Schulbegleitern zuständig. Den Schwerpunkt bilden hierbei Kinder mit so genannten „seelischen Behinderungen“, also zum Beispiel bestimmte Formen von Autismus, ADHS und starke Auffälligkeiten im Sozialverhalten.

Ein bayernweit einzigartiges Modellprojekt, das die AWO gemeinsam mit dem Landkreis entwickelt hat, startet in diesem Schuljahr an Grund- und Mittelschulen. Unter dem Motto „Alle Schüler sind unsere Schüler“ optimiert ein neues Konzept die Schulbegleitung: Fachkräfte wie Erzieher, Pädagogen oder Heilerziehungspfleger werden fachlich aus- und regelmäßig weitergebildet. Sie heißen jetzt Integrationshelfer, bilden ein Team mit dem Kind und begleiten es über volle zwei Jahre. Auf diesen Zeitraum ist das Pilotprojekt zunächst begrenzt.

Wissenschaftlich begleitet und dokumentiert wird es von Professor Dr. Reinhard Markowetz vom „Institut für Präventions-, Integrations- und Rehabilitationsforschung“ an der Ludwig-Maximilian-Universität.

„Wir sichern eine hohe fachliche Qualität und vor allem auch eine personelle Kontinuität, die für die Kinder besonders wichtig ist“, erklärt Andrea Mahner, die beim AWO-Kreisverband München-Land e.V. als Fachberaterin den Bereich „Schule“ lenkt. Eine Besonderheit stelle auch der Schulterschluss zwischen Schulamt, Kreisjugendamt und dem Träger dar. Dies sei nahezu einmalig und besonders effizient, so Mahner.

Rund 500.000 Euro investiert der Landkreis München jährlich in das Projekt. Davon werden die bis zu 20 Integrationshelfer finanziert. Darüber hinaus gibt es mit Dr. Alexander Müller nun einen Experten im AWO Kreisverband, der den Bereich „Inklusive Schule“ koordiniert und Ansprechpartner für Eltern, Schulen und Integrationshelfer ist.

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